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LEHRER
 



 

Andreas nunmehr 24 Jahre und schon ein wenig ergraut

Warum ich meine Story schreibe? Weil ich denke viele Abfahrten auf der Autobahn des Lebens gesehen, wenn auch nicht genutzt, habe.

Warum Autobahn? Weil ein Leben auf der Überholspur ereignisreicher und spannender ist, außerdem lernt man viel mehr Leute kennen, als mit dem Strom zu fahren.
Schon in jugendlichen Jahren habe ich begonnen das Umzusetzen von den anderen nur sprachen.
Zeitung austragen würde ich ja machen doch wir sind zu jung und soviel Honorar ist auch nicht drin…

Ok dachte ich, genau das was keiner macht ist eine Chance für dich. Ich sprach mit allen Großmärkten und siehe da, es hatte keiner ein Problem mit einem 10jährigen. Im Gegenteil sie freuten sich auf mein motiviertes Gesicht und ich dachte gut so… denn ich konnte schnell für 3 Märkte im gleichen Bezirk Werbung austragen. Tja 3-faches Gehalt für ein wenig mehr Zeitaufwand.

Das ich schon wenige Monate danach auch für verschiedene Abbos für diesen Bereich zuständig war, wurde die Krönung.
Schule, Hobbys waren für mich wichtig. Also mache ich mit meinem besten Freund Flo alles gemeinsam.
Ich begann Sport zu treiben. Handball und nebenbei Sonderschichten, denn der Ehrgeiz war angestachelt. Schließlich konnte ich in der hess. Auswahljugend mitwirken. Feuerwehr und das Erlernen der Posaune rundeten das Privatleben ab. Von nun an gab es kein Tempolimit!
Schule, Sport und das tägliche Üben am Instrument neben jobben machten mich hungrig. Hungrig auf einen ausgefüllten Terminkalender.
In meiner Jugend bin ich vielen Ausübungen begegnet. Viele Haushaltsgeräte wurden an freundliche und unfreundliche Kunden verkauft, Küchen aufgebaut, und in mittleren Unternehmen habe ich mich eingesetzt. Es nahm kein Ende….
Ich hatte viele Freunde, wir arbeiteten Nächte für verschiedene Firmen.
Arbeitsstunden wurden gezählt und es wurden wöchentlich oft mehr als 40. Schule, Hobbies liefen parallel und Schlaf war wohl nicht nötig.

Ich lernte Menschen, manchmal Persönlichkeiten, kennen. Durch diese lernte ich wieder Menschen kennen. Der Anfang meines Netzwerks war getan.
Nach der Abirede und Abitur mit 2.0 hatte ich so viele Eindrücke, dass ich gar nicht wusste was für mich zukünftig wegweisend wäre.
Hinweise auf meine Schulzeit: http://abi.nell-breuning-schule.de/schueler/azoeller.html
Es ging weiter überland….
Zivildienst in der Natur waren Stunden der Wahrheit. Ich entdeckte, dass das Tempo sehr hoch war. Denn noch in der Schulzeit wurde ich zum Jugendleiter von 100 Kindern und Jugendlichen und begeisterter Opernfan. Die Organisation der Ausbildung, dass weiterführen sinnvoller Arbeit und das Schaffen von Kulturgut war für mich zentraler Gegenstand.
Hinweise auf meine Arbeit als Jugendleiter www.mvv08.de
Wir gründeten ein Posaunenquartett und waren bei Wettbewerben erfolgreich. Wir gaben Konzerte, flogen nach Norwegen und ich fing an in „meinen“ Fächern Privatunterricht zu geben.
Meine Musik brachte mich bis nach Rom und ich hatte das Glück für den damaligen Papst Johannes Paul II. zu spielen. Auch die Begegnung mir Kardinal Razzinger ist unvergesslich.
Ich bemerkte, dass ich mich verändert hatte. Mein Terminkalender war immer voll und selbst neben der Zivizeit wurde gejobbt. Ich vermittelte Arbeiten und wurde vermittelt.
Doch wie sah die Zukunft aus? Der Wunsch nach Selbstständigkeit war ebenso groß wie der Wunsch nach einem Beruf bei der Bank oder der Beruf des Lehrers oder des Steuerberaters oder des Wirtschaftsprüfers oder des Architekten. Darüber hinaus gab es Möglichkeiten bei all den Firmen anzufangen, welche ich kennen gelernt hatte.
Mutig begann ich Dipl.Physik zu studieren. Warum Physik? Diese Frage war leider zu naiv beantwortet worden. „Damit kannst du später alles machen“
Stimmt…. Genau so verlief das Studium. Inhaltsreich ohne genaues Ziel. Also kam der Wechsel Richtig Mathe/ Physik LaG (Lehramt an Gymn).

Mit den Nebenfächern Psychologie und Pädagogik kam der Spaß an der Uni. Gelernt wurde in der vorlesungsfreien Zeit und gejobbt 360 Tage im Jahr. Selbst in der anfänglich schwierigen Studienzeit arbeitete ich noch 25 Stunden in der Woche und ging allen Hobbies nach. Feuerwehr viel zu diesem Zeitpunkt weg. Der Spaß war weg und damit auch mein Interesse.
Das Tempo wurde wieder höher und ich verlor ein wenig die Übersicht. Ich baute Internetshops auf wurde zum Dienstleister und arbeitete in einem großen Verlag.
Doch da war Sie: Die erste Prüfung in meinem Leben, welche nicht bestanden wurde.
Frust, Depression verbreitete sich zunehmen und mir halfen Freunde und jene Persönlichkeiten, welche ich kennen lernen durfte.
Um mich besser auf den evtl. Schuldienst vorzubereiten gab ich Privatunterricht in Mathe. Bis zu 20 Schüler in der Woche. Neben diesen wurde weiterhin gejobbt und die Uni besucht. Warum diese Belastung?
Was war keine Belastung. Alles geschah mit viel Motivation. Alles machte Spaß. Ich empfand es als Tugend, dass zu tun was ich wollte und offensichtlich konnte.

Pünktlich zu meinen 21. Geburtstagen wurden grau Haare sichtbar und damit die Erkenntnis, dass es neben einer schönen Wohnung und tollen Freundin (6 Jahre teilten wir ein Bett) andere Seiten des Lebens gab.
Mannschaftsport stellte ich in Hintergrund und zugleich erfolgt mein Mindmapping.
Es war verästelt mit meinen Tätigkeiten.
Was, so stellte ich mir vor, möchte ich weiterhin machen und worauf mich stärker konzentrieren? Ich kappte Aste und überlegt wie dieser trotzdem weiter wachsen konnte.
Ich gründete einen Jugendausschuss im Musikverein und gab Tätigkeiten ab. Ich bekam die Erkenntnis, dass auch ohne mich alles gut lief. Ich wechselte vom Ausführen zum Beobachter. (vergleiche: 14-24 Jahre.com Kapitel 3 „ Tolle Auswahl)
In dieser Zeit der Reife lernte ich dich Carl kennen. Wir unterhielten uns spontan eine Nacht über dein bis dahin noch nicht erschienenes Buch und ich versprach dir einmal meine Story aufzuschreiben.

Nun ist genau ein Jahr vergangen und ich habe es nicht vergessen. Das Leben auf der Autobahn ist nun in einem Tempo, welches es erlaubt nach Rechts und links zu schauen. Viele Abfahrten (die meisten sind nicht erwähnt) habe ich genommen. Wo ich ende weiß ich nicht. Kommenden Jahr steht das Staatsexamen an. Evtl. aber auch erst 2007- warum der Stress? Ein Auslandsjahr steht auf der Wunschliste. Musikalische Ideen habe ich eine Handvoll.
Das alles empfinde ich nun als Tugend und Vorteil. Ich bin froh über meine kurvenreiche Fahrt und freue mich auf die nächste Abfahrt.
Ich erzähle gerne mehr. Schreibt mir eine Email….
Denn meine Fahrt geht weiter.

Zurzeit sehr ich links die Uniabfahrt (es scheint die vorletzte zu sein). Rechts sehe ich meine über 20 Privatschüler, manche lächelnd mit Abizeugnis in der Hand und auf der Brücke stehen meine Nebenjobbs und wissen, dass ich Sie bald hinter mir lassen muss.
Manchmal glaube ich diesen Streckenabschied zu kennen. Doch vermutlich ist es nur die Musik im Radio, welche sich wiederholt und an alte Begebenheiten erinnert.

Ich habe im Übrigen mein Auto gewechselt. Es kann nicht schneller als 130km/h, kann das Dach abnehmen und ich freue mich darüber.

Andreas


Lebensmittel Technologe | Sänger