Werden wir überhaupt gebraucht? Und wie!
Noch nie waren moderne Gesellschaften derart auf Nachwuchs angewiesen wie heute. Schuld daran ist der vor Jahrzehnten einsetzende „Pillenknick“, der unausweichlich zum Nachwuchsmangel führte. Im Jahr 2005 sind in Deutschland 188.000 weniger Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen als ein Jahr zuvor. Die Statistiker haben dafür eine sehr einfache Erklärung: Um die Bevölkerungszahl auf einem konstanten Niveau zu halten, benötigt man eine > notwendige Geburtenrate von 2,1 Kinder pro Frau > tatsächliche Geburtenrate 1,4 Kinder pro Frau Das sind Zahlen für Deutschland. In allen anderen Industrieländern sieht es ähnlich aus. Eine Geburtenrate von 2,1 wird nie erreicht. Überall herrscht deshalb Nachwuchsmangel, und die Situation wird sich in den kommenden Jahrzehnten, also in unserem gesamten Arbeitsleben, noch wesentlich verschlimmern.
Dies ist allerdings nur eine quantitative Betrachtung, viel wichtiger ist die Qualität unseres Nachwuchses, und hier sieht es gar nicht gut aus: Zwischen 10 und 20% der Schulabgänger sind lt. Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung "ausbildungsunfähig" und die neueste Umfrage der Industrie und Handelskammer hat ergeben, dass fast der Hälfte aller Bewerber die "Ausbildungsreife" fehlt. Also da haben wir schon einmal sehr gute Karten.
Dann gibt es noch die Frage, ob es denn überhaupt genügend Arbeit geben wird? Aufgrund des Zusammenbruchs des kommunistischen Systems und der Osterweiterung der Europäischen Gemeinschaft sind auf einmal völlig neue Märkte entstanden. Diese Länder werden die gleichen Entwicklungen durchmachen wie sie in Spanien, Portugal, Griechenland und Irland stattgefunden haben. Unser Handelsvolumen mit diesen Staaten hat seit deren Eintritt in die EU stark zugenommen. Die gleichen Zuwächse haben wir auch in der Wachstumsregion Asien. Ein kurzer Blick auf die Außenhandelsbilanz zeigt bereits Heute die Richtung auf.
Um genügend Arbeit brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen.
Fazit: Es ist völlig egal welches Studium oder welchen Beruf wir wählen, gebraucht werden wir auf alle Fälle. Deshalb sollten wir uns heute mehr denn je für den Beruf entscheiden, der unseren Interessen entspricht und der uns am meisten Spaß macht.
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