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ETWAS DURCHEINANDER |
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Mein Leben! Mein Leben? Mein Leben hat sich in den letzten Monaten sehr verändert. Einfach so. Ich habe keine Ahnung, ob das so in Ordnung ist. Ich merke nur, wie sehr viel anders ich meine Umwelt wahr nehme und wie sich einige Ansichten bei mir gewandelt haben. Wie ich ausgerechnet jetzt darauf komme?:
Vor etwas über ein Jahr, zum Beginn meiner Ausbildung sollten wir bei Frau Schmidt, unserer Psycho- Tante (auch Sozialpädagogin genannt) einige sehr persönliche Fragen beantworten, die keiner außer uns selbst sehen konnte. Die ausgefüllten Blätter hat sie dann feinsäuberlich in einem Briefumschlag für die Dauer von 13 Monaten untergebracht. Diese Papierchen haben wir vor wenigen Tagen zurückbekommen. Die ganze Aktion diente dazu, dass wir einmal über uns und unser Leben nachdenken. Ich muss zugeben, dass ihr das durchaus gelungen ist. Nein, ich war über meine Antworten nicht erschrocken oder so. Mir ist eben nur aufgefallen, dass sich einiges verändert hat. Einige Träume sind nicht in Erfüllung gegangen. Dafür sind Sachen passiert, von denen ich noch nicht einmal zu träumen gewagt hatte.
Zu den Enttäuschungen der letzten 400 Tage gehört ganz eindeutig „Stekarajo“. Gerade einmal zwei Auftritte haben wir im letzten Jahr. Das ist wenig. Dabei hatten wir doch noch so viel vor. Aber irgendwie bekommt Katharina das nicht mehr gebacken. Sie geht allerdings immer noch zum Steppen. Das ist ihr wohl lieber. Eine ganze Weile habe ich unter diesem Zustand der Trennung gelitten, sehr sogar. Immer wieder keimte Hoffnung hinsichtlich eines „Comebacks“ auf, weil sie immer wieder meinte:“ Wir müssen mal wieder unbedingt zusammen auftreten!. Ich war so blöd, ihr das auch noch abzunehmen. Schreckliche Vorwürfe habe ich mir gemacht, ich würde sie zu sehr bedrängen- bis mir klar wurde, dass sie es war, die immer wieder damit anfing. Nun habe ich damit abgeschlossen. Es ist einfach sinnlos. Ich gebe mich geschlagen. Schließlich ist „kuerzelchen“ auch ziemlich bühnenpräsent. Ist auch O.K.! Heute weiß ich nicht mal mehr, ob ich überhaupt noch große Lust auf „Stekarajo“ haben könnte. Anfang des Jahres ist mir die Bühnenfigur „kuerzelchen“ so ans Herz gewachsen, wie sie die Leute mit sprechender Jonglage aus dem Alltag mit Problemen in ihren Bann zieht. Ich brauche „Stekarajo“ nicht mehr. Ich gehe meinen eigenen Weg, auch bühnentechnisch, wenn es sein muss, auch allein. Denn, ob ich jemals wieder so eine gute/ passende Bühnenpartnerin finden werde, wage ich zu bezweifeln. Denn, wenn sie mit mir auf der Bühne stand, waren es immer unvergessliche Augenblicke. Dafür werde ich ihr immer dankbar sein. Ich habe es gern gemacht! Ich bereue nichts, weil wir einfach Ausstrahlung hatten. Selbst, wenn unsere Performance total daneben war, haben wir den Leuten gute Laune gebracht. Das war wahrscheinlich die Erfüllung eines Traumes. Toll. Schon allein dafür hat sich die Begegnung mit Katharina gelohnt. Aber nun muss ich allein weiter machen. Und ich will es auch. Ich habe genug gelitten. Damit muss jetzt Schluß sein. Ein für allemal! „ALLES WIRD GUT“, sagte Katharina auch immer.
Was sich zum Positiven geändert hat? Die Freundschaft zu Viola, und damit auch zu Benjamin. Kennen tun wir uns schon seit einer halben Ewigkeit. Aber so richtig schätzen tun wir uns seit erst seit fünf oder sechs, vielleicht sieben Jahren. Wir kennen uns aus unserer Kirchengemeinde. In den ersten Jahren fand ich sie einfach nur arrogant und hochnäsig. Erst als unsere Jungs aus dem „Club“ sie einmal mitbrachten, kamen wir ins Gespräch. Etwa ein Jahr später sind wir dann zusammen als Betreuerinnen auf „Kinderfahrt“ gefahren und hatten die ganzen Mädchen ganz gut im Griff. Da kam es auch zu sehr persönlichen Gesprächen.
1998 als mein Bruder gestorben ist, war sie auch ziemlich mitgenommen. 1998-2001 hat sie so mit mir mitgelitten, als ich meinen Führerschein gemacht habe. Das fand ich echt total klasse! Dann folgte eine kleine Phase der Funkstille, weil sie sich erst noch an die veränderten Lebensumstände gewöhnen musste, weil Ihre Familie nach Bonn gezogen ist. In dieser Zeit war ich die treibende Kraft in unsere Freundschaft. 2002 dann sollte ich belohnt werden. Sie hatte sich an die Lebensumstände gewöhnt und wahrscheinlich den Mann ihres Lebens gefunden, mit dem sie dann gleich zusammenzog. Zuerst war das ganz schön ätzend, sie nicht mehr allein zu sehen, weil immer ihr Benjamin dabei war- zumal der total steif war. Aber mittlerweile haben wir uns auch aneinander gewöhnt und können uns köstlich amüsieren. Außerdem hat er mich bei unserem letzten Treffen von sich aus in die Arme genommen. Da war ich doch ganz schön übergerrascht. Worüber sich die beiden natürlich auch freuen- ich mache bei ihnen die Rechner. Meine erste gute Tat war, dass ich ihren alten Rechner wieder zum Laufen gebracht habe. Das ist auch ganz gut so, weil sie jetzt beide ihren eigenen Rechner zum arbeiten haben- was auch bitter nötig ist. Für mich ist das Ganze natürlich ein prima Übungsfeld. Viola hat mir mal geschrieben, dass sie es gut findet, dass unsere Freundschaft etwas ist, was in dieser schnelllebigen Zeit beständig bleibt. Da war ich ganz schön gerührt. Ich mag die Beiden.
Die Abende, die wir zusammen verbringen, sind immer sehr schön. Es haben sich schon Traditionen entwickelt- wie Sekt trinken und „DSDS“- schauen. Sie ist meine älteste Freundin und lässt mich inzwischen ganz doll an ihrem Leben teilhaben. Eben wie es sich für eine solche Beziehung gehört.
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Maschinenbau Ingenieur | Informatiker
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