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HAUSFRAU |
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Familie geht vor
Ich fand es immer gut, dass meine Mutter zu Hause war als ich von der Schule kam. Ich hatte immer so viel zu erzählen, und da brauchte ich einfach einen Zuhörer. Das will ich meinen Kindern auch ermöglichen, und deshalb steht für mich die Familie vor der Karriere.
Konsequent wäre natürlich gewesen, wenn ich nach dem Abi eine Lehre absolviert hätte, und dann mal abgewartet hätte was die Liebe so mit mir vorhat. Aber das fand ich dann doch nicht so gut, wofür habe ich denn dann mein Abi gemacht? Meine Studienwahl ging durch viele Phasen. Da mir Deutsch und Englisch gut gefiel, hätte sich natürlich das Lehramt angeboten. Aber durch meinen Vater hatte ich Einblick in diesen Beruf und wusste von der Korrekturarbeit dieser Fächer. Das wollte ich mir nicht antun.
An Journalismus hatte ich auch gedacht, aber ich fürchtete, dass meine kreative Ader dafür nicht dick genug sei. Irgendwann standen auch mal die Juristerei und die Theaterwissenschaft im Raum, aber das waren alles nur Ideen und irgendwie passten die auch nicht wirklich zu mir. Ich bin sehr gerne mit Menschen zusammen, finde Sprachen gut, und liebe es zu organisieren. Diese Talente konnte ich im Geschäft des Bruders meines Ex-Freundes unter Beweis stellen. Sein Bruder ist nicht nur im Stadtrat, sondern hat eine Bar und organisiert Events. Das fand ich super und war in meinem Element. Gerade die vielseitige Arbeit, die von der Planung über den Einkauf bis hin zum Flaschenöffnen reicht, hat mir gut gefallen. Natürlich hatte ich die Schulfeste bald fest unter meiner Kontrolle, und auch bei den größeren Events im Familienbetrieb meines Ex-Freundes stand ich immer mehr meine Frau.
Ihr werdet es erraten haben, ich mache etwas mit Veranstaltungen. Und da ein Studium an der Uni zu lang ist und wenig praxisbezogen ist, gab es eigentlich zu einem FH-Studium keine Alternative. Allerdings werde ich mich in Tourismusmanagement einschreiben, da es Eventmanagement nur an privaten Schulen gibt.
Aber bevor ich in der ersten Vorlesung sitzen werde, gönne ich mir ein Jahr Auszeit. Gerade mache ich ein Praktikum in einem Hotel in Spanien mit deutschen Gästen, aber das läuft nicht so gut. Ich dachte, ich könnte dort ohne Spanischkenntnisse zurechtkommen, aber das war nicht so. Jetzt wechsle ich erst einmal in ein anderes Praktikum, in ein Reisebüro, und danach werde ich mich intensiv um mein Spanisch kümmern. Wahrscheinlich werde ich eine Sprachschule besuchen. Wie auch immer, meine Studienrichtung habe ich gefunden und freue mich schon auf den Beginn. Wenn ich dann noch den richtigen Mann finde, dann wäre das der Event meines Lebens.
Euch alles Gute Sina
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Ärztin | Filmwissenschaft
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