Sie sind hier: Infos My Story  
 INFOS
Video-Galerie
My Story
Newsletter
News+News+News
Messetermine
Messefotos
Vortragsthemen
Links
Presse
Top-Bewerbung

KELLNERIN
 



 

Eigentlich begann alles viel zu schnell. Ich wurde früh eingeschult und mit 15 Jahren hatte ich bereits die Realschulreife. Was ich werden wollte, wusste ich nicht so recht, aber entscheiden musste ich mich dennoch.

Mein Vater ist Architekt und meine Mutter Physiotherapeutin, alles nichts für mich. Da mich aber die Kunst schon etwas interessierte, entschied ich mich für Grafik Design. Leider gab es für die Schule einen Aufnahmetest und den schaffte ich nicht. Was tun?

Ich hätte einen Vorbereitungskurs für die nächste Aufnahmeprüfung machen können, aber wenn ich die wieder nicht geschafft hätte, dann hätte ich Zeit verloren und die guten Lehrstellen wären dann vielleicht auch schon weg gewesen.
Im Schloß Schwerin, dem Sitz des Landtages, wurde eine Kellner Lehrstelle in der Zeitung angeboten. Mit dem Beruf hatte ich mich nie befasst, und um es ganz ehrlich zu sagen, er hat mich auch nie interessiert. Aber warum denn nicht? Man trifft Leute, sehr wichtig für mich, und mir fiel nun eben auch nichts besseres ein.

Zu meiner Überraschung machte mir der Beruf langsam Spaß. Wir waren eine kleine Truppe von 10 Leuten, hatten geregelte Arbeitszeiten und ich lernte viele Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten kennen. Leider wechselte der Besitzer und dem neuen liefen alle Leute weg, ich auch. Mein drittes Lehrjahr machte ich in einem italienischen Restaurant. Das war natürlich etwas ganz anderes. Auf einmal war ich mit Ausländern zusammen, es wurden verschiedene Sprachen gesprochen und die Küche roch auch ganz anders. Kein Wunder, dass ich auf einmal auf andere Ideen kam.
Aber zuerst traf ich dort meinen Freund. Nach Abschluß der Lehre flogen wir in den Urlaub nach Mallorca. Dort sind wir derart ins Schwärmen gekommen, dass wir entschieden, nach Spanien zu gehen.

Ich machte einen 4-wöchigen Sprachkurs, der nicht viel brachte, und suchte Arbeit. Das hörte auch meine Großtante die seit Jahren in Marbella Urlaub macht. Dort kannte sie einen deutschen Restaurantbesitzer, der eine Kellnerin suchte. So kamen ich mit meinem besten Freund nach Marbella. Er hatte es als Zahntechniker allerdings nicht so leicht, eine Arbeit zu finden, jetzt arbeitet er in einem holländischen Labor und ist zufrieden.
Ich selbst arbeitete direkt an der Promenade mit Sicht aufs Meer und war zufrieden. Ich verdiente genug Geld und die Atmosphäre war sehr angenehm. Aber irgendwie konnte das doch nicht alles gewesen sein, dachte ich mir. Nur mir fehlte ein klares Ziel, deshalb kellnerte ich dort fast zwei Jahre.

Seit September 2003 bin ich wieder auf der Schule, um mein Abi zu machen. Es ist ein ganz normales spanisches Gymnasium, und es war eine große Umstellung, wieder die Schulbank zu drücken und jetzt gleich alles in Spanisch. Aber es läuft gut. Vor Weihnachten bekamen wir die ersten Zeugnisse. Ich war die Klassenbeste, ein Supergefühl, kann ich euch sagen.

In zwei Jahren werde ich mein Abi haben und studieren. Was es genau sein wird, weiß ich nicht. Auf alle Fälle soll mir der Beruf Spaß machen, und ich will Zeit für Freunde haben und eventuell auch eine Familie gründen. Vielleicht lerne ich Sprachen und gebe danach Unterricht, vielleicht arbeite ich auch im Journalismus, ich weiß es noch nicht.
So, jetzt wisst ihr alles über mein Leben unter Palmen.

Saludos María




Schauspieler | Tourismus Assistentin