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DIE HANDWERKSKAMMER SUCHT, HERR EFFENBERGER AUCH
 

Über 70.000 Klein- und Mittelbetriebe suchen jedes Jahr einen neuen Chef, die meisten werden nicht fündig. Was liegt also näher, als eine Ausbildung genau für diese Karriere anzubieten? Die Handwerkskammer Hamburg macht dies und findet auch niemanden.

Das Angebot kann sich sehen lassen. Beruf und Studium gleichzeitig. Den Beruf kann man sich aussuchen, Lehrstellenmangel gibt es nicht. Parallel geht man in die Akademie und macht seinen Bachelor in Wirtschaft. Nach ca. drei Jahren hat man seinen Facharbeiterbrief in der Tasche und nach einem weiteren Jahr seinen akademischen Titel. Aber nicht nur das. Die ganze Zeit war man in einer Firma und hat alles von der Pike auf gelernt. Eine bessere Basis für die spätere Karriere in der Wirtschaft ist kaum vorstellbar.

Seinen Lehrberuf kann man sich in über 50 Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen heraussuchen, und für die theoretische Ausbildung hat die Berufsakademie der Handwerkskammer 50 Studienplätze bereitgestellt. Es sind noch viele Plätze frei. Bis jetzt haben sich 20 Studenten eingeschrieben, und der Kurs beginnt bereits am 01. Oktober.

Man braucht Abitur oder Fachabitur und die Studiengebühr beträgt 290 € / Monat. Das wird meistens von den Betrieben mitfinanziert, denn die brauchen Nachfolger oder eben Führungskräfte.

Herr Effenberger zum Bespiel. Er hat 1985 mit 20.000 DM in der Tasche die erste Vollkornbäckerei in Hamburg eröffnet, heute macht er mit seinen 7 Filialen und seiner gläsernen Bäckerei am Dammentor Bahnhof einen Jahresumsatz von über 2,0 Millionen Euro. Der Mann braucht einen Nachfolger. Demnächst fängt ein Abiturient an, mal sehen ob er das Zeug zum Chef hat. Er würde auch mehr einstellen, denn Expansionspläne fürs Ausland liegen in der Schublade, aber Nachwuchs ist Mangelware.

Bei den Lehrlingen sieht es genauso schlecht aus. Eigentlich würde Herr Effenberger gerne 10 Azubis einstellen, aber er hat nur zwei gefunden. Er fragt nämlich die Bewerber was 10% von Hundert sind, und diese Hürde ist für die meisten zu hoch. Dabei ist er noch sehr human, denn später muss der Lehrling 1,8% ausrechen können, das ist die Salzmenge die in jedes Brot kommt.

Demnächst möchte Herr Effenberger in die Gymnasien gehen und die Schüler direkt über die Karrieremöglichkeiten im Bäckerhandwerk informieren.

Viel Spaß! Der Kampf um die hellen Köpfe hat nämlich schon längst begonnen!

Das hier ist keine Werbung für die Handwerkskammer oder Herrn Effenberger, weit gefehlt, es unterstreicht nur noch einmal was wir schon lange wissen: Wir sind die Chefs, uns gehört die Zukunft. Wir müssen nur herausfinden was wir wirklich wollen und dann loslegen.




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