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ICH WÜRDE KEINEN MEINER SCHÜLER EINSTELLEN
 

Das sagte ein Lehrer aus einer berufsbildenden Schule in Gummersbach. Und dabei sind seine Schüler nicht dumm, im Gegenteil, ihnen fehlt nur ein triftiger Grund warum sie pünktlich aufstehen sollten, um in die Lehre zu gehen. Und wo kein Grund vorhanden ist, fehlt auch der Wille.

Aber das ist nichts Neues, schon Schopenhauer wusste „Die Intelligenz ist die Magd des Willens.“ Denn was hilft der brillanteste Kopf, wenn morgens der Wecker klingelt und er einfach weiterschläft. Man muss schon etwas finden, wofür es sich aufzustehen lohnt, und genau hier beginnt die Lösung für ein zufriedenes Leben.

Nur wenn wir etwas finden, wofür wir uns interessieren und wo wir unsere Talente einbringen können, werden wir das Beste aus unserem Tag machen. Dabei ist es völlig egal, wofür unser Herz schlägt, es muss nur schlagen und wir müssen darauf hören.

Was damit gemeint ist, erzählte mir der Lehrer gleich mit zwei Beispielen:

Einmal war es eine, offenbar sehr gut aussehende, junge Dame, die leider, außer ihre Schönheit zu pflegen, keinerlei andere Interessen hatte. Sie wollte weder richtig Deutsch lernen und von Mathematik hatte sie sowieso noch nie gehört.
Aber es gab den Lehrer, und der wusste, dass es allein auf die Stärken eines Menschen ankommt und nicht auf seine Schwäche. Er sprach bei einem befreundeten Friseursalon vor und die junge Dame bekam trotz schwacher Deutschkenntnisse einen Lehrvertrag, allerdings mit verlängerter Probezeit. Die war aber gar nicht notwendig, denn sie entwickelte sich blendend. Sie sprach auf einmal viel besser Deutsch, und mit aktiver Hilfe der Chefin, die ihr Talent erkannte, gab es zwar keine sensationellen Ergebnisse bei den Prüfungen, aber man war auf dem richtigen Weg. Das Leben der jungen Schönheit hatte auf einmal einen Sinn, sie hatte Erfolg, sie war stolz, sie wusste wofür sie morgens aufsteht. Der einfühlsame Lehrer machte es möglich.

Dann erzählte mir der gleiche Pädagoge noch von einer anderen Dame, die ihn auf dem Bahnhof angesprochen hatte. Erkannt hatte er sie nicht mehr, denn dafür lag ihr Kontakt zu weit zurück. Aber nach wenigen Worten wusste er genau, wen er vor sich hatte. Diese junge Dame hatte man immer ausgelacht, als sie in der berufsbildenden Schule ihren Traumberuf äußerte. Denn dafür war Abitur notwendig, und sie hatte weder den Realschulabschluss noch eine Lehrstelle. Was natürlich niemand sehen konnte, das war ihr starker Wille. Und was der Wille schaffen kann, das konnte der Lehrer auf dem Bahnsteig vernehmen: „Ja, ich habe es geschafft“, sagte die junge Dame voller Stolz, „ich bin Rechtsanwältin geworden!“

Zwei wunderbare Beispiele zum gleichen Thema. Wir sind der Boss. Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei uns. Wir müssen uns überlegen wofür wir gern aufstehen würden wenn früh unser Wecker klingelt und diese Gefühle ernst nehmen. Der Rest ergibt sich quasi von allein.




Ohne Traum kein Traumberuf | "Intelligenz ist die Magd des Willens"...